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13./14. September 2008

Namibia

Das Gebiet des heutigen Namibias wird als einer der ältesten Teile der Erdkruste bezeichnet. Noch lange vor der Entstehung des Superkontinents Gondwana bildeten sich vor mehr als 2 Milliarden Jahren im Gebiet des heutigen Afrika zwei Festlandsockel - der Kongo-Kraton und der Kalahari-Kraton. Letzterer umfasst große Teile des heutigen Namibias. Durch verschiedene tektonische Vorgänge entstand dann vor etwa 550 Millionen Jahren ein riesiges, zusammenhängendes Festlandgebiet, das die heutigen (Teil-)Kontinente Afrika, Südamerika, Australien, Indien und die Antarktis umfasste: Gondwana.

Vor etwa 150 Millionen Jahren begann dieser Superkontinent allmählich in die heute bekannten Kontinente zu zerbrechen und auseinanderzudriften. Die besonderen, über Jahrmillionen andauernden klimatischen Verhältnisse in Südwestafrika führten dazu, dass viele geologische Strukturen, Vorgänge und Erscheinungen besonders gut erhalten und deshalb auch heute noch zu beobachten sind. Dazu gehört letztlich auch die Namib, die damit wohl als die älteste Wüste der Welt gelten darf.

Namibia liegt zwischen 17° und 29° südlicher Breite sowie 12° und 25° östlicher Länge. Dies enspricht auf der Nordhalbkugel etwa der Lage Libyens und des nördlichen Tschad.

Namibia wird im Osten nach Botswana hin von der Kalahari, im Süden nach Südafrika hin vom Oranje - auch Orange River genannt -, im Westen vom Südatlantik und im Norden nach Angola hin vom Kunene begrenzt. Im Nordosten erstreckt sich zudem ein ca. 450 km langer und bis zu 50 km breiter Landfinger zwischen den nördlich angrenzenden Ländern Angola und Sambia und dem südlich angrenzenden Botswana bis zum Sambesi - der Caprivi-Streifen.

Das gesamte Staatsgebiet Namibias umfasst ca. 824.000 km² und ist damit mehr als zweimal so groß wie Deutschland. Im wesentlichen wird Namibia durch zwei Wüsten geprägt: im Westen durch die von der Kapprovinz bis weit nach Angola hineinreichende Namib und im Osten durch die Kalahari. Zwischen beiden Wüsten liegt das durchschnittlich 1.700 m hohe, um die Hauptstadt Windhoek herum auch die 2.000 m-Grenze überschreitende Binnenhochland. Der höchste Berg jedoch - der rund 2.600 m hohe Brandberg - liegt nahe der Küste, ca. 200 km nördlich der Küstenstadt Swakopmund. Im Westen geht das Binnenhochland allmählich in das rund 1.200 m hoch gelegene, von Trockenvegetation bedeckte Kalahari-Hochland über.

Auf Grund der besonderen klimatischen Verhältnisse ist eine landwirtschaftliche Nutzung des Landes nur in beschränktem Maße möglich: im trockenen Süden vor allem Viehzucht - im relativ regenreichen Norden auch Ackerbau. Eine Besonderheit der Namib sind die Dünen im Gebiet von Sossusvlei. Sie sind als die höchsten der Welt bekannt und erreichen eine Höhe von mehr als 300 m. Der Reiz dieser Dünenlandschaft liegt aber nicht allein in ihrer Höhe, sondern vor allem in dem von Feuchtigkeitsgehalt und Sonnenstand abhängigen Farbenspiel der Dünen.

Die größten Städte sind: Windhoek, Rundu, Walvis Bay, Oshakati und Swakopmund.

(aus: Auszüge aus Wikipedia)


Geologie

Namibia ist einer der erdgeschichtlich ältesten Teile der Welt und ist Teil eines alten, stabilen Blocks der Erdkruste (afrikanischer Sockel). Präkambrische Gesteine, welche tw. bei der Bildung der Erdkruste entstanden und im Laufe der nachfolgenden Zeitalter vielfach metamorphisiert wurden. Die wichtigsten lithogenen Phasen sind präkambrisch; die ältesten Gesteine stammen aus der Epoche zwischen Vaalian (2,7 bis 2,1 Mrd Jahre) bis zum frühen Mokolian (2,1 bis 1,1 Mrd Jahre) unter Bildung der metamorphen Epupa-, Huab-, Grootfontein-, Ababis-, Hohewarte- und Kangaskomplexe; Schiefer des Hochlandes von Windhoek und Khomas.

Darauffolgend jüngere Sedimente und Vulkanite (mittleres Mokolian), Bildung des Rehoboth-Sinclair magmatischen Bogens und des Namaqualand-Komplexes; die Damara-orogenetische Phase (Kalk-Dolomitgesteine, wesentlich im N bei Otavi, Tsumeb und Grootfontein, Marmore bei Karibib (Beginn vor ca. 900 MA), Bildung der Karoo-Sequenz zwischen Karbon und Unterer Kreide (Sandsteine), weitere Sedimentierung und aktiver Vulkanismus zwischen Oberer Kreide und dem Tertiär (vor ca. 130 MA; Kimberlitschlote zwischen Mariental und Keetmanshoop), Bildung der Etendeka-Basaltdecken (bis über 1000 m mächtig) im Kaokoland und im Damaraland; Granitintrusionen (Brandberg, Messum, Spitzkoppe, Erongo).

Zwischen dem späten Trias bis zum frühen Jura zerbrach der damalige Gondwana-Kontinent, zu welchem die Antarktis, Afrika, Teile von Nordamerika und Südamerika, Indien und Australien gehörten. Der erste größere Bruch fand vor 182 MA statt; vor 132 MA trennte sich Afrika und Südamerika, bedingt durch Intraplatten -tektonische - magmatische Vorgänge (Riftbildung), anorogenem (hot spot) Vulkanismus (Paraná-Etendeka- Vulkanismus) und thermische Prozesse (Tristan de Cunha mantle plume activity;). In den folgenden Jahrmillionen Abtragung der Gesteine an der Oberfläche, Entstehung der Rumpfflächen mit einzelnen Inselbergen. Zwischen Pleistozän und Holozän entstanden die Wüsten Kalahari und Namib.

(aus: Mineralienatlas.de)